Der Stamm: Page der Schwerter
Der Page hat für mich einen Gesichtsausdruck, der irgendwo zwischen milder Arroganz und Rückzug in innere Welten pendelt.
Ich glaube, er nimmt den Betrachter nicht wirklich wahr, sondern baut an großartigen inneren Gedankengebäuden.
Das Schwert lässig in der Hand, beherrscht er zur Verteidigung auch mal das feine Stilett des Zynismus und schwarzen Humors.
Die Welt der Bücher und Erkenntnisse ist seine Heimat. Er ist noch jung, kennt noch nicht die Verzweiflung des gealterten Wissenschaftlers:
"Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;
Heiße Magister, heiße Doktor gar
Und ziehe schon an die zehen Jahr
Herauf, herab und quer und krumm
Meine Schüler an der Nase herum-
Und sehe, daß wir nichts wissen können!
Das will mir schier das Herz verbrennen."
(Faust, der Tragödie erster Teil, Goethe)
Hier ist nun mein Stamm, d. ich mich am Geistigen erfreue und überzeugt bin, dem Leben und dem kalten Schicksal sein Geheimnis abzuzwingen.
Dieser ganzen Chose einen Sinn zu geben.

(gerade spielt "Fortune presents gifts not according to the book"-wie passend!)
Dieser Page hat ordentlich geschnittenes Haar, im Gegensatz zum "vergeistigten" Schwert Pagen, dem für solche Verrichtungen im "da draußen"der Nerv fehlt. Es gibt doch so viel zum Durchdenken und erfahren, zu lesen und zu verdauen!
Dieser hier hat sein "Schäfchen im Trockenen" bzw die Geldbörse in der Hand.
Die grüne Tischdecke verweist auf Wachstum und ein passables Fundament.
Noch jung, aber doch schon Ruhe und Zufriedenheit im Blick. Seine leicht gedrehte Haltung deutet für mich darauf hin, d. er sich zu schützen weiß und nicht alles preisgibt. Er lässt sich nicht so leicht "einen vom Pferd erzählen" und bleibt lieber beim Machbaren.
Die Hände im Hintergrund könnten für Verbindlichkeiten und Freundschaften zu anderen Menschen stehen.
Dies alles nun ist starkes Wurzelwerk, welches den Stamm aufrecht hält und nährt.
Nachtrag: Die Pentakel korresponieren ja mit der mittelalterlichen Kaste der Kaufleute und richtig war ich in meinem Kaufmanntum noch Page. Doch grundsätzlich aufgegeben habe ich diesen Bereich für mich noch nicht.
Mmmh, vielleicht sollte ich die legung auch noch mal unter dem beruflichen Aspekt durchforsten, das scheint mir Sinn zu machen.

Wer hat es nicht gern, Chancen gereicht zu bekommen? Ins Leben zu beißen und sich von ihm beißen zu lassen?
Diese Karte kann man auf zwei Arten hier lesen:
Einmal würde sie auffordern, den Kopf vielleicht doch mal nach rechts zu drehen, weil da noch viel mehr ist, als bisher erreicht. Raus aus der Komfortzone, chakka!*lach*
Das passt zur "Bewegung".
Dann aber kann sie auch zum bewußten Innehalten führen, zum Blick nach innen.
Dieser Mann schaut weder auf die drei vorhandenen Kelche, noch auf den Dargereichten.
Mir erscheint er-ähnlich dem SchwertPagen-wie jemand, der im Moment in seiner eigenen Welt lebt. Einen gepflegten Weltschmerz zelebriert.
Darin sehe ich per se nichts Schlechtes, solange man dahin nicht gänzlich verlorengeht.
Und sie führt sehr passend zur nächsten Karte:

Manchmal bedeutet ein "Hinausstrecken" auch ein Hinwendung zu eher unangenehmen Wahrheiten.
Ich muß soweit über meine Sehnsüchte hinauskommen, d. ich auch deren Nichterfüllbarkeit akzeptiere. Das der Abschied und grundlegende Wandel zur Reifung und Entwicklung wichtiger ist, als das verzweifelte Festhalten an etwas, was man nicht festhalten kann.
Wie die Bibel schreibt:
“Wir sehen jetzt durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.” (Erster Brief des Paulus an die Korinther
13. Kapitel, Vers 12)
Daran muß ich in diesem Zusammenhang denken-wir urteilen und beurteilen aus einem "kleinen Bild" heraus und wünschen uns oft das Naheliegende.
Die wichtigsten Erkenntnisse brechen wir zuweilen aus dem härtesten Stein.
Noch ein Ansatz zu dieser Karte:
Kate schreibt: "If your life finished today, would you be happy with your achievements? If not, make bold changes to have the life you would truly be proud of. You only get one life – really live it."
So, welche Ziele sind es, nach denen ich mich für ein erfülltes Leben ausstrecken soll?!

Ich lese das so, d. ich eine bestimmte Vorstellung von unbeschwerten Glücklichsein in der Familie loslassen soll. Bestimmte Ereignisse lassen sich nicht rückgängig machen, auch wenn wir das sehr wünschen. Wie es war, wird es nie wieder werden.
Doch das Leben durchläuft Zyklen und so stellt diese Karte in dieser Position eine Momentaufnahme dar.
Passt meines Erachtens auch gut zur Karten "Tod".
Fazit:
Zwei Pagen, na-da sind wohl neue Erkenntnisse und neues Lernen on its way.
Einzige GA-Tod: schon länger Begleiter in meinen Legungen, die Transformation hält an.
Zweimal Kelche: eine Art Überdruß und die 10, welche ja schon reichlich Sand im Getriebe hat und auf einen neuen Zyklus zusteuert.
Kann ich gut sowohl auf den berufliche, wie private Situation übertragen.
Manchmal brauchts einfach Zeit und das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht.